Marrakesch: get lost and find yourself

Schon lange habe ich von einer Reise in den Orient geträumt, von gelb-orange-rot leuchtenden Laternen, von Wüstensand, Gewürzmärkten und orientalischen Klängen. Mit diesen Träumereien im Kopf, ging es für vier Tage nach Marrakesch. Meine erste Reise auf den afrikanischen Kontinent und in ein arabisches Land. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Ein bisschen Sorge hatte ich vor dem Verzicht von kurzen Hosen und schulterfreien T-Shirts trotz der heißen Temperaturen. Möglicherweise würde ich also dahinschmelzen (worst case). Trotzdem wollte ich aus Respekt vor der Religion und der marokkanischen Kultur auf meine „europäische“ Sommerkleidung verzichten und stattdessen in langer Hose und einem kurzärmeligen Shirt bleiben. Für den Notfall hatte ich noch ein lockeres Tuch in der Tasche, um mir dieses – wenn nötig – noch um die Schultern zu legen. Mit dieser Kleiderwahl habe ich mich in Marrakesch dann auch sehr wohl gefühlt. Kurze Hosen und Flip Flops wäre hier vermutlich negativ aufgefallen – so mein Gefühl. Über Marrakesch

Ankunft und Riad

Nach etwa drei Stunden Flugzeit und einer ziemlich langen Wartezeit von knapp zwei Stunden an der Passkontrolle, wurde ich am Flughafen von einem vorher gebuchten Taxi abgeholt und direkt zur Unterkunft gebracht, was sich als sehr (!) hilfreich herausgestellt hat, denn ich hätte mein Riad nie und nimmer allein gefunden! Ein Riad ist übrigens ein traditionelles marokkanisches Haus, was um einen kleinen Garten oder einen Innenhof herum gebaut ist. In Marrakesch gibt es unzählige Riads, die als Hotels bzw. Pensionen genutzt werden. Die Atmosphäre ist eher familiär und das Preis-Leistungs-Verhältnis großartig! Ich hatte es in meinem Riad ganz wunderbar angetroffen. Es war ein perfekter Rückzugsort nach einem Tag auf den eher chaotischen und lauten Straßen Marrakeschs. Die Marokkanerinnen aus meiner Unterkunft waren unglaublich herzlich und trotz Sprachbarrieren sehr bemüht, mich mit würzigem Pfefferminztee, Keksen und einem reichhaltigen Frühstück auf der Dachterrasse zu umsorgen. Übrigens kann ich auch den Nicht-Teetrinkern nur empfehlen, dem marokkanischen Tee eine Chance zu geben. Kein Vergleich zu unserem Beutel-Pfefferminztee. Stattdessen würzig-süß.

Nachdem ich mein Zimmer im Riad mit der typisch orientalischen Einrichtung ausgiebig bestaunt hatte, habe ich mich von meiner Neugierde auf die staubigen, menschengefüllten Straßen treiben lassen. Mein erster Eindruck: ich werde nie wieder zum Riad zurück finden!! (Und ich sollte für die nächsten Stunden Recht behalten.)

Mein zweiter Eindruck: aufpassen lohnt sich. Ich springe konstant von nach links rechts, von vorne nach hinten um nicht von einem Moped oder einem Eselkarren überfahren zu werden. Also Augen auf im Straßenverkehr, egal wie klein die Gasse und egal, wie viele Menschen sich tummeln, denn: ein Eselkarren oder ein Moped passt sicherlich immer durch!Moped Marrakesch

Souks

„Get lost and find yourself!“ Wer sich in Marrakesch nicht verläuft, der war wohl nicht in Marrakesch (oder ist mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet) . Die Souks sind ein einziges Labyrinth. Auch nach drei Tagen habe ich mich auf den einfachsten und direktesten Wegen vom Marktplatz zum Riad immer wieder verlaufen. Tipp: Ruhe bewahren und genießen, was man auf den Umwegen zu sehen bekommt, denn oftmals sind das genau die Dinge und Erfahrungen, welche die Reise am Ende so besonders machen.

Ein paar Eindrücke aus endlosen Spaziergängen in Marrakesch

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Der berühmte Jemaa el-Fnaa: Schlangentänze beobachten, sich die Hände oder Füße mit Henna bemalen lassen, sich von hier aus in den zahlreichen Souks verlieren oder auf einer Restaurantterrasse gut und günstig essen.

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Übrigens noch ein kleiner, aber wohl gemeinter Hinweis: Vorsicht vor Affen auf dem Affe auf dem Jemaa-el-FnaaMarktplatz Jemaa el-Fnaa!! Drei Sekunden zu lange hingeguckt und schon hat man das Tier auf dem Arm – oder auf dem Kopf! Und ich rede nicht von kleinen Herr Nilson-Äffchen, sondern von einem gewichtigen Affen. Ich weiß wovon ich rede… 🙂 Natürlich kostet das Ganze auch noch etwas. Ich meine – bitteschön, wer schon einmal einen Affen auf dem Kopf haben darf, kann sich wenigstens dankbar zeigen. Aber kein Grund, den paar Euros hinterher zu schimpfen, denn dafür habe ich einfach noch zu gut gelacht, als ich später die Fotos gesehen habe.

Ausflug in das Atlasgebirge

Nachdem ich zwei Tage lang durch Marrakesch und unzählige Souks gelaufen bin, Gewürze, Schuhe und die ein oder andere Ledertasche gekauft hatte, habe ich einen eintägigen Ausflug ins nahegelegene Atlasgebirge unternommen. Diesen hatten die netten Frauen aus meinem Riad für mich organisiert. Und hier endlich: Kamele!!Kamele MarokkoBerberdorf Marokko

Eine Wüstentour habe ich leider nicht mehr geschafft, auch blieb keine Zeit mehr für einen Ausflug in das Hafenstädtchen Essaouira. Schade, aber vielleicht wollte ich mir auch nur einige Gründe offen lassen, nochmal wiederzukommen. Denn das möchte ich unbedingt. Ich war begeistert von dieser marokkanisch-orientalischen Welt und der Herzlichkeit der Menschen. Eigentlich könnte ich jetzt schon wieder los.

Marrakesch: definitiv eine (oder zwei oder drei…) Reise (n) wert!!

Kleiner Nachtrag: Wenn ihr noch mehr Infos über Reisen nach Marokko sucht, werdet ihr sicherlich hier fündig:

“One’s destination is never a place, but a new way of seeing things.” (H.Miller)

13 Kommentare zu „Marrakesch: get lost and find yourself

  1. Toll Nat, ein riesenguter Bericht! Und sehr hilfreich für uns, sind nämlich im März eine Woche in Marrakesch. Weiterhin ganz viel Erfolg mit deinem Blog! 😘 Sandra

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  2. Tolle Eindrücke, die Tür-Bilder gefallen mir besonders gut. Nach Marrakesch wollte ich vor 2 Jahren schon einmal reisen, habe mich dann dagegen entschieden und bin nach Istanbul geflogen. Ich war mir nicht sicher ob ich als Fotograf und alleine sicher in allen Stadtteilen unterwegs sein kann? Und da ich hier einige Marokkaner kenne und die mir abgeraten haben, habe ich es gelassen. Wie ist es dir/euch ergangen? Ist es sichersich auch abseits der Touristenrouten (wie du in Athen so schön beschrieben hast – im Flow) durch die Straßen zu ziehen?

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  3. Vielen Dank! Ich hatte unterwegs eine männliche Begleitung, die auch der Sprache mächtig war. Ich weiß nicht, ob das einen Unterschied machte, aber ich habe mich in Marrakesch nie unsicher gefühlt. Meine Kamera hatte ich auch die ganze Zeit in der Hand. Möglicherweise wäre ich als alleinreisende Frau in die ein oder andere Seitengasse nicht eingebogen, was aber eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen wäre. In den Souks wird man natürlich überall angesprochen, mir gegenüber ist man aber nie unfreundlich oder massiv belästigend geworden. Das größere Problem war eher, die Ruhe zu bewahren, wenn man sich (mal wieder) völlig verlaufen hatte. Aber das gehört wohl zur Erfahrung mit dazu.
    Schöne Artikel über Marokko, die ich in letzter Zeit auch als eigene Infoquelle für eine weitere Marokkoreise genutzt habe, findest du übrigens auf Maria’s Blog http://www.fernwehzauber.de/unterwegs/marokko/ oder auf Romeos und Kathis Blog http://www.sommertage.com/category/marokko/ !
    Viel Spaß beim Stöbern!

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  4. da sind einige tolle Bilder dabei 🙂 Marrakesch finde ich auch total spannend, wenn ich Glück habe, schaffe ich es dieses Jahr noch hin. Du hast ja auch schon einige tolle Reisen gemacht, echt super, war schön dich gestern mal kennenzulernen.
    lg

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  5. Jetzt musste ich mir natürlich auch gleich deinen Marrakech Bericht durch lesen 🙂
    Leider funktionieren die Bilder nicht mehr 😦 Oder liegt das an meinem Browser?

    Liebe Grüße,
    Lynn

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    1. Hallo Lynn!
      Das ist merkwürdig. Ich sehe die Bilder, sowohl wenn ich die Seite auf dem Laptop aufrufe als auch, wenn ich sie auf dem Handy ansehe. Versuche es doch noch einmal! Ich hoffe, es klappt! Manchmal spinnt die Technik ja. 😉 (Wenn es nicht klappt, sag mir gerne nochmal Bescheid!)
      Liebe Grüße
      Nathalie

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  6. Marokko klingt super spannend. Lese ich momentan auch viel von auf anderen Reiseblogs. Deine Fotos haben die Schönheit des Landes wirklich gut eingefangen, da bin ich doch glatt am Flüge gucken. 😉

    Herzlich,
    Anna

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