St. Lucia oder „Honeymooners, get out of my WAY!“

Nach zehn Tagen Barbados ging es mit einem Propellerflieger von LIAT weiter nach St. Lucia. Nicht selten wurde ich vor meiner Reise gefragt „Warum St. Lucia?!“ (zumindest nachdem „Sankt was?!“ beantwortet war). Ganz einfach. Bei völlig planlosen Recherchen nach einem neuen Reiseziel, bin ich bei Google auf ein Foto der beiden Pitons (Vulkanhügel) – eingebettet in eine grüne Insel und umgeben vom karibischen Meer – gestoßen, war sofort fasziniert und wusste „Da muss ich hin!“. Und tataaa! Da bin ich!

Unterkunft

Die Unterkünfte auf St. Lucia können zugegebenermaßen preislich schnell abschrecken. Hier tummeln sich Luxushotels mit Infinity Pools und einem Kampf um den besten Blick auf die Pitons. Drei Dinge sollte meine Unterkunft aber dennoch erfüllen: 1.) Sie sollte in der Nähe der Pitons liegen, was somit schon die touristischeren Orte um Castries und Gros Islet, im Nordwesten und Norden der Insel,  ausschloss. 2.) Ein Blick auf die Pitons von meinem Zimmer aus wäre der Hammer! Immerhin haben mich die beiden Vulkanhügel auf die Insel gebracht! 3.) Bezahlbar (ca. 50 Euro die Nacht). Klingt abwegig? Sagen wir so: es ließ nicht viele Optionen offen, aber nichts ist unmöglich!

Letztendlich habe ich mich für das Downtown Hotel in Soufrière, im Südwesten der Insel, entschieden. Den Bewertungen auf Tripadvisor und Booking zufolge und entsprechend des im Vergleich zu anderen Unterkünften günstigen Preises (ca. 65 Euro pro Nacht – ich habe mir aber einen Meerblick gegönnt) habe ich nicht allzu viel erwartet… und war positiv überrascht! Hier und da musste man mal über ein paar Staubkörner hinweggucken, aber das wurde durch einen fantastischen Blick auf das Meer und den Petit Piton vom Balkon aus völlig entschädigt.

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Das Fischerdorf Soufrière

Soufrière kann ich als Standort für einen Urlaub auf St. Lucia auf jeden Fall empfehlen. Ich muss zugeben, dass ich den Vergleich zu den touristischeren Gebieten der Insel nicht ziehen kann. Schande über mein Haupt, aber mir hat dieses Dörfchen und seine Umgebung so gut gefallen, dass ich meine Woche einfach dort verbracht habe. Die Einheimischen sind alle freundlich gewesen, nach ein paar Tagen gehörte man fast schon zur Nachbarschaft und wurde freundlich gegrüßt. Die Kinder sind neugierig und freuen sich tierisch über ein Päckchen Kekse. Für das Frühstück oder einen Snack zwischendurch kann ich die kleine Bäckerei gegenüber vom Downtown Hotel empfehlen. Ich habe dort jeden Tag ein paar Teilchen nach Empfehlung probiert (ich warne vorweg vor den kleinen Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen!! Die werden direkt mitgeliefert.). Sehr lecker war’s!

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In Soufrière habe ich wahrscheinlich auch einige der schönsten Fotos bislang geknipst. Ein Motiv schöner als das andere.

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Ganz in der Nähe von Soufrière liegen ein paar absolute Traumstrände, die man am besten per Wassertaxi erreicht. Ziemlich teuer (15 Dollar pro Fahrt), aber man bleibt nicht unbelohnt.

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Sugar Beach

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Von Soufriére aus kann man außerdem einen schönen Spaziergang zum und im Botanischen Garten machen.

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Nicht fehlen darf ein Ausflug zum „Drive-in“-Volcano.

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Mein Tipp: Der Gros-Piton Hike

Mein absolutes Highlight auf St. Lucia war der Gros-Piton Hike. Zwei Stunden und 770 Meter hochklettern, 15 Minuten eine fantastische Aussicht über die Insel genießen und zwei Stunden und 770 Meter wieder hinunterhechten. Klingt vielleicht nicht so, aber es war fantastisch!! Es ist sicher nicht verkehrt, eine gewisse Sportlichkeit mitzubringen – insbesondere bei den feuchtwarmen Temperaturen – aber im Falle eines Falles, lohnt es sich auch, nur ein Drittel des Weges zurückzulegen und sich dort auf einer Bank niederzulassen um den Ausblick zu genießen. Mein Guide – ohne darf man den Weg nicht betreten – war übrigens über 60 Jahre alt, geht den Weg jeden Tag zweimal hoch und runter und das… auf Flip Flops!! Da hat man sich etwa 35 Jahre jünger, mit festem Schuhwerk ausgerüstet und dennoch schwer atmend und Bäche schwitzend fast geschämt.

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Ein Fazit

Über St. Lucia hört man häufig, dass es DAS Reiseziel in der Karibik für frisch Verliebte oder Vermählte ist. Ob St. Lucia nur eine Insel für Verliebte in den Flitterwochen ist? Naja…ich meine…sie sind überall! Aber man kann sich ja auch mit ihnen für ihr gemeinsames Glück freuen 😉 , sich außerdem mit Einheimischen unterhalten (english works!), so etwas über das Inselleben erfahren oder beim Gros Piton Hike ein wenig Action in die Sache bringen. Die Insel ist wunderschön und eine Reise dorthin lohnt sich. Der Geldbeutel muss hier und da – je nach eigenen Ansprüchen – etwas mehr ausgereizt werden, kann aber im Rahmen gehalten werden, indem man sich dem Lebensstil der Einheimischen anpasst. Es gibt zum Beispiel Minivans, die günstig über die ganze Insel verkehren, die allerdings nicht unbedingt sehr regelmäßig abfahren. Also ein wenig Zeit und Geduld einpacken und die deutsche Pünktlichkeit zuhause lassen. Und dann bleibt nur noch eins: GENIEßEN!

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„I have a dream, a fantasy to help me through reality. And my destination, makes it worth the while pushing through the darkness, still another mile.“ (ABBA)

4 Kommentare zu „St. Lucia oder „Honeymooners, get out of my WAY!“

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