Salvador da Bahia – Bem Vindo no Brasil! (2009)

Im Dezember 2009 reiste ich zum ersten Mal für vier Wochen nach Salvador da Bahia, wovon ich drei Wochen lang einen Sprachkurs an der Escola Idioma besuchte. Unterkommen sollte ich währenddessen in einer Gastfamilie, die sich als eine alleinstehende Brasilianerin mittleren Alters entpuppte, im Stadtviertel Barra, was zu den touristischeren und somit wohl auch sichersten Vierteln in Salvador gehörte. Da die Familien meiner Capoeira-Trainer aus Deutschland jedoch auch in Salvador lebten, konnte ich über diese Kontakte auch ein paar Einblicke in ein etwas anderes Brasilien erhaschen, abseits der touristischen Pfade.

Reiseimpressionen

Porto da Barra

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Die Altstadt von Salvador da Bahia, Pelourinho.

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Blick auf den Mercado Modelo.

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Itapuá

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Igreja do Senhor do Bonfim (Wallfahrtskirche)

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Tagesausflug nach Itaparica

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Oh. Kapott.

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„Gostoso!!“ Moqueca de Camarão. Ein Eintopf mit Garnelen.

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Abseits vom Tourismus. Favela Boca do Rio.

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Ein kleines Stück Alltag. Haare flechten.

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Obwohl meine Besuche bei Freunden in Boca do Rio nichts mit dem typischen Brasilienurlaub á la Strand, Caipirinha und heißen Samba-Rhythmen (mal einige Klischees ausgepackt) zu tun hatten, waren sie doch sehr wertvoll. Ich bekam hier ganz andere, teils auch sehr kritische Eindrücke von Brasilien, welche man als Tourist ohne Kontakte hierhin wohl kaum zu sehen bekommt. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar. Die Favelas sind von viel Kriminalität geprägt – einen Morgen bin ich durch Schüsse auf der Straße geweckt worden – daher durfte ich auch nie alleine durch die Straßen gehen. Viele Menschen sind arm, ein Großteil der Häuser heruntergekommen und eine ganze Familie – von der Oma bis hin zu den Urenkeln – lebt auf verhältnismäßig wenigen Quadratmetern. An Bildung mangelt es oft. Viele Mädchen im Teenageralter sind schon schwanger oder bereits Mütter und verbringen den Tag vor dem Haus sitzend mit ihren Kindern, den Freundinnen und deren Kindern. Es schien als gebe es wenig Anstöße für einen alternativen Lebensweg. Das hat mich doch sehr erschrocken. Nichtsdestotrotz hat dies der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der Menschen aber überhaupt keinen Abbruch getan. Ich habe mich dort sehr wohl und willkommen gefühlt. Von der Oma der Familie wurde ich großzügig mit bekocht und bekam sogar ein eigenes Zimmer zum Schlafen. Man ging mit mir zum Strand und in den Zoo von Salvador. Die Kinder freuten sich, wenn ich mich mit ihnen beschäftigte oder sie ins Kino einlud. Und so hatte ich dort schnell alle in mein Herz geschlossen.

Weihnachtsstimmung in einer Shopping-Mall in Barra.

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Ein paar Tage vor Weihnachten ging es dann wieder in die Heimat zurück. Ich habe Brasilien mit gemischten Gefühlen verlassen. Die Sprache zu lernen hat eine Menge Spaß gemacht und ich habe gerade in der Sprachschule viele nette Leute kennengelernt. Auch habe ich die Familien meiner Capoeira-Trainer in Boca do Rio sehr ins Herz geschlossen. Verunsichert haben mich in Brasilien jedoch die vielen Meldungen zur Kriminalität, die Hinweise, spätestens nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine über die Straße zu gehen – in Boca do Rio gar nicht alleine auf der Straße zu laufen ob Tag oder Nacht – oder nur in Gruppen Geld bei der Bank abzuheben, um nur einige Beispiele zu nennen. Das empfand ich doch als sehr einschränkend. Und dennoch: Salvador hat seinen Reiz und vielleicht sind es genau diese Kontraste, die dazu beitragen. Um es kurz zu machen: ziemlich genau ein Jahr später war ich wieder da.

„A saudade é a nossa alma dizendo para onde ela quer voltar.“ (Ruben Alves)

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