„My Big Fat Greek“- Reiseroute

Woran dachte ich bisher, wenn ich mir Griechenland vorstellte? Sicherlich an strahlend weiße Häuser mit blauen Türen und Fensterläden. An kleine, weiße Kirchen mit blauen, runden Kuppeln, an beladene Esel, an Sirtaki tanzende Menschen und – was soll ich sagen? – an Ouzo und Gyros. Nicht alle meiner klischeebehafteten Vorstellungen sollten sich auf meiner Griechenlandreise bestätigen, aber – wie unschwer auf den folgenden Bildern zu erkennen –  immerhin ein paar. 

Normalerweise mag ich die Ferne und eine gewisse Exotik des Reiseziels. Von Griechenland habe ich daher erst einmal recht wenig erwartet. Zum Einen war ich mir unsicher, ob mich ein Ort in Europa wirklich begeistern kann, die Wirtschaftslage gab darüber hinaus zumindest zu bedenken, ob Griechenland derzeit ein gutes Reiseziel abgeben würde. Über Athen hatte ich ebenfalls viele negative Stimmen gehört und bezüglich der Inseln war ich mir unsicher, ob sie mir abwechslungsreich genug sein würden. Allen kritischen Stimmen und meinen eigenen Bedenken zum Trotz, entschied ich mich dennoch – und vielleicht gerade deswegen – für eine Reise nach Griechenland. Und – das mag ich vorweg nehmen – ich wurde wirklich nicht enttäuscht!

Nachdem das Ziel feststand, kam eine weitere Herausforderung auf mich zu: Welche Orte, welche Inseln sollten es werden? Als erstes Ziel stand Santorin fest, Athen folgte als Hauptstadt knapp dahinter. Aber was dazwischen?

Je nach Quelle schwankt die Anzahl der bewohnten Inseln in Griechenland, dürfte aber grob über den Daumen gepeilt bei etwa 100 (plus minus 15) liegen. Ich hatte von Zakynthos mit seiner wunderschönen Bucht gehört, kannte das grünere Skopelos aus dem Film „Mamma Mia“, hatte Berichte über Naxos und Paros mit ihren weißen Sandstränden gelesen und fand die weißen Häuser auf Mykonos durchaus anziehend. Daneben haben aber auch Bilder vom faszinierenden Meteora im griechischen Inland bei mir eine riesige Neugierde geweckt. Um es kurz zu machen: ich war erst einmal ziemlich überfordert! Letztendlich habe ich mich aber auf eine Reiserichtung begrenzt. Da Athen der Startpunkt werden sollte und Santorin der Endpunkt der Reise (das passte von den Flügen her ganz gut), entschloss ich mich dazu, mich von Athen aus über die Kykladen in Richtung Süden nach Santorin durchzuhangeln.

Übersicht der Reiseroute

  • Athen (2,5 Tage)
  • Paros (4 Tage geplant, letztendlich wurden es nur 3 Tage)
  • Ios (1,5 Tage geplant, letztendlich wurden es 2,5 Tage)
  • Santorin (3,5 Tage)

Ich werde über Athen und die einzelnen Inseln in den nächsten Wochen noch detailreicher berichten. Aber bevor es ans Eingemachte geht, hier schon einmal ein paar erste Eindrücke.

Athen

Was habe ich nicht alles an Negativstimmen über Athen gelesen. Dreckig, versmogt, zu heiß und heruntergekommen. So unterschiedlich können Meinungen sein. Ich habe sofort Gefallen an dieser abwechslungsreichen Stadt gefunden. Historie und Mythen in der „Ancient Agora“, an der Akropolis und dem Tempel des Zeus, die hübsche Plaka mit ihren gemütlichen Tavernas und den Unmengen an Souvenirshops, die Märkte bei Monastiraki, das etwas dunkle, tatsächlich heruntergekommen wirkende Psirri mit seinen unendlichen Gässchen, das rebellische Exarchia und das feine Kolonaki-Viertel. Und Streetart, wohin das Auge nur schaut!

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Paros

Auf Paros sollten sich die kühnsten Vorstellungen von typisch griechischen Dörfern mit schmalen Gässchen, weißen Häusern, blauen Holztüren und prächtigen Blumen in sämtlichen Rot-, Rosa- und Pinktönen bewahrheiten.

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Ios

Als Partyinsel für das Jungvolk bekannt, beeindruckte Ios außerhalb der Hauptreisezeit eher mit den labyrinthartigen Gassen der Chora, mit leeren, weißen Sandstränden, mit Ruhe und Entspannung im ländlichen Hinterland und wunderschönen Ausblicken über die Insel während eines Roadtrips über die serpentinenartigen Straßen. Auch nicht zu vergessen: wunderschöne Sonnenuntergänge!

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Santorin

Weiße Häuser an schwarzen Vulkanfelsen, blaue Kirchenkuppeln, Dachterrassen mit Blick über das ägäische Meer und romantische Sonnenuntergänge. Santorini enttäuschte (die Touristenmassen) nicht!

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Nützliches

  • An- und Abreise: Hinflug mit Germanwings von Düsseldorf nach Athen (ca. 120 Euro), Rückflug mit Germanwings von Santorin nach Köln-Bonn (ca. 180 Euro).
  • Weiterreise in Griechenland: Vom Athener Hafen (in Piräus) kann man mit verschiedensten Fähren bzw. Speed-Booten auf die Inseln der Kykladen weiterreisen. Um die aktuellsten Fährverbindungen zu finden, habe ich meistens die Seite www.goferry.de benutzt. Tickets bekommt man über das Internet oder kann sie vor Ort in Reisebüros oder an Ticketschaltern der Fährgesellschaften (meistens in der Nähe des Hafens) kaufen. Athen habe ich hauptsächlich zu Fuß erkundet. Ansonsten bietet sich die Metro an (Ticket kostet 1,60 Euro). Eine Taxifahrt von der Akropolis bis zum Hafen von Piräus kostete 10 Euro. Auf Paros habe ich die lokalen Busse genutzt. Das war zwar günstig, aber recht unflexibel, zumal die Busse im Mai noch eher unregelmäßig fuhren. In der Hauptreisezeit mag das anders aussehen. Mietwagen, Roller oder Quads findet man insbesondere in Parikia und in Naoussa ohne Probleme. Auf Ios habe ich mir einen Mietwagen (25 Euro/Tag) geliehen, was die beste Entscheidung war! Busse fuhren nur wenige. Auf Santorin bin ich entweder zu Fuß oder mit den lokalen Bussen unterwegs gewesen. Einen Mietwagen würde ich hier eher nicht empfehlen. Die Straßen können ganz schön eng werden und sehr verstopfen, wenn eine Fähre ankommt oder Tourbusse unterwegs sind (fast immer!).
  • Unterkünfte: Hotels können in Athen recht kostspielig werden. Ich habe eine Unterkunft über airbnb gebucht und es wieder einmal super angetroffen (ca. 50 Euro pro Nacht). Unterkünfte auf den Inseln habe ich über booking gebucht. Da lohnt sich airbnb kaum, da ganz viele Inserate sowieso Pensionen oder Hotels sind und durch den Aufschlag von airbnb nur teurer werden. (Weitere Infos zu den Unterkünften folgen in den Artikeln zu den Inseln).
  • Reiseführer: Ich habe den Lonely Planet „Greece“ (englische Version) genutzt. Das Kapitel zu Athen fand ich absolut ausreichend und der Athener Stadtplan war äußerst hilfreich. Zu den griechischen Inseln findet man die nötigsten Infos.

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Welchen Ort würdet ihr in Griechenland gerne besuchen? Für welche griechische Insel würdet ihr Euch entscheiden?

8 thoughts on “„My Big Fat Greek“- Reiseroute

  1. Hi Nat,

    finde schon die ersten Eindrücke super! Liest sich auch sehr gut. Ich war mal auf der Chalkidiki Halbinsel und zwar auf dem mittleren Finger „Sithonia“. Ebenfalls empfehlenswert. Es ist noch nicht ganz so überlaufen.

    Also weiter so! Finde ich gut!

    Liebe Grüße

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  2. Hallo Peter,
    vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich habe mich sehr darüber gefreut! Die Chalkidiki-Halbinsel hatte ich anfangs ebenfalls ins Auge gefasst (welche Region eigentlich nicht, frage ich mich gerade…). Ich habe mir fest vorgenommen, eine zweite Griechenlandreise zu machen und dann von Athen in Richtung Norden aufzubrechen. Delphi, Meteora, vielleicht die Inseln Skiathos und Skopelos. Da läge Chalkidiki bzw. Sithonia ja in erreichbarer Nähe, oder zumindest in der gleichen Richtung. Danke für den Tipp!
    Einen lieben Gruß zurück, Nat

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